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Spezialisiertes Friedfischangeln & Naturköderangeln auf Raubfische.
Home Pro Artikel Friedfisch Teig reloaded.

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Teig reloaded.

teig-teaser.jpgEr ist beim Karpfenangeln fast in Vergessenheit geraten: Teig. Dass die Urform des Boilies aber durchaus noch seine Berechtigung hat, wird klar, wenn man sich dessen Vorzüge vor Augen hält. In besonderen Situationen kann er außerdem der Schlüssel zum Erfolg sein!

Teig zählt seit jeher zu den erfolgreichsten Karpfenködern. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch der Boilie ein Teigköder ist! Erst das Bedürfnis die fängige Paste für andere Fischarten unattraktiv zu machen, hat dazu geführt, dass man sie zum Härten abkochte. Die negativen Begleiterscheinungen wurden dabei in Kauf genommen, insbesondere der Aufwand und der Verlust von Geruch und Geschmack. Am Ende einer langen Entwicklung steht der Boilie wie wir ihn heute kennen. Um ihn „wurfrohrtauglich“ zu mach, machte man ihn immer härter. Was man sich aber lange Zeit nicht gefragt hat: Sind harte Köder auch genauso fängig wie weiche? Schaut man einmal über den Tellerrand des Karpfenangelns hinweg und betrachtet andere Bereiche der Friedfischangelei, so zeigt sich dort fast die einhellige Meinung, dass weiche Teigköder fängiger sind. „Teig: So hart wie nötig und so weich wie möglich!“ könnte man die Devise auf den Punkt bringen. Unter diesem Gesichtspunkt lohnt es sich, mal wieder einen Blick auf die Vor- und Nachteile dieses fast vergessenen Karpfenköders zu werfen und sinnvolle Anwendungsgebiete aufzuzeigen.

a_opener_teigartikel-kalweit.jpgTeig reloaded: Sollte man einem fast vergessenen Karpfen-Köder nicht noch mal eine Chance geben?


Anwendungsgebiete
Die Fangerfolge mit dem Boilie zeigen, dass seine Eigenschaften durchaus hervorragend in den Standardsituation des Karpfenangelns sind. Große Wurfweiten erfordern einen Köder, der gut am Haken hält. Hierfür ist der Boilie ideal und Teig wäre unmöglich zu benutzen. Auch an Gewässern mit einem hohen Bestand an großen Friedfischen ist der Boilie als Hakenköder meist im Vorteil, da er den Attacken der Plagegeister sehr lange standhält. Doch zählen alle unsere Angelsessions zu den „Standardsituationen“? Wenn am Ende eines Angeltages das Wiegenetz immer noch trocken in der Tasche schlummert, dann sicher nicht! Entweder wir haben einen Platz befischt, an dem wirklich keine Karpfen anwesend waren (dann haben wir grundsätzlich etwas verkehrt gemacht), oder die Bartelträger konnten von unserem Hakenköder nicht überzeugt werden.
Gewässer mit Fischen jenseits der 25kg werden in der Regel stark befischt. Da die meisten Karpfenangler mit ähnlichen Ködern angeln (Boilies um die 20mm), feiern die „Abweichler“ oft überdurchschnittliche Erfolge. Miniboilies können an solchen Gewässern z.B. wahre Wunderwaffen sein. Wenn aber selbst Miniboilies nicht mehr richtig funktionieren, dann ist es Zeit dem Teigköder eine Chance zu geben, da er den Fischen mit Sicherheit völlig unbekannt ist. Teig besitzt aber nicht nur den Vorteil, dass er „anders“ ist und als weicher Köder eine große Fängigkeit besitzt. Er hat nämlich noch die Eigenschaften, die dem Boilie beim Kochen verloren gehen: Frische, intensiven Geruch und Geschmack sowie die Eigenschaft durch rasche Auflöseprozesse feinste Partikel und Geruchsstoffe ins Wasser abzugeben. Da man mit Teig z.T. andere Rigs fischt als mit Boilies, ist der Einsatz von großen Ködern jenseits der 40mm möglich. Wenn sich der Teig dann noch farblich vom Untergrund abhebt, ist größte visuelle Attraktivität geboten.
Es gibt aber ein weiteres Anwendungsgebiet, bei dem Teig seinem gekochten Verwandten den Rang ablaufen kann: beim mobilen Karpfenangeln. Diese spannende Art unserem Zielfisch auf die Schuppen zu rücken erlangt immer größere Beliebtheit. Hierbei wird meist im unmittelbaren Uferbereich gefischt, nachdem man sich an potentielle Hot-Spots oder gesichtete Fische angeschlichen hat. In diesen Situationen braucht man einen Hakenköder, der ab der ersten Sekunde im Wasser eine große Attraktivität besitzt, auch wenn nicht angefüttert wurde. Meiner Meinung nach zählt der Boilie nicht hierzu, da er seine Stärken erst auf einem Futterplatz richtig ausspielt, aber als Einzelköder nahezu unbrauchbar ist. Teig ist hier eine hervorragende Wahl, da ihn Karpfen aufgrund seiner Eigenschaften (vor allem gut sichtbare Ködergröße und die weiche Konsistenz) schnell finden und ohne Argwohn aufnehmen.

Um es noch mal auf den Punkt zu bringen: Teig kann an stark befischten Gewässern als Köder der „anders“ ist sehr gut funktionieren. Beim mobilen Karpfenangeln, wo aktive Fische gezielt aufgesucht werden, ist Teig aufgrund seiner Lockwirkung und Effektivität als Einzelköder eine sehr gute Wahl. Nur wenn weite Würfe nötig sind oder sehr viele hungrige Weißfische auf unserem Angelplatz lauern, kommt man an harten Ködern nicht vorbei.

Erfolgreiche Teigköder
Die Herstellung von Teig erfolgt stets nach dem Prinzip, dass lose Bestandteile mit einem Bindemittel zusammengebracht werden. Im Prinzip sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt, sofern ein geschmeidiger Teig entsteht, der sich nicht allzu schnell im Wasser auflöst. Ähnlich wie bei der Herstellung von Boilies sind alle Geschmacksrichtungen möglich. Unsere Palette möglicher Zutaten ist aber deutlich umfangreicher, da wir nicht auf deren Eigenschaften beim Kochprozess achten müssen. Das Ergebnis sind teilweise recht „perverse“ Teige, die als Boilie so nicht möglich wären. Auf einige Rezepturen, die sich in den letzten 50 Jahren bewährt haben und die schon unzählige Fische hervorbrachten, möchte ich im Folgenden eingehen.

b_gewuerze_teigartikel-kalweit.jpgGewürze geben Geschmack, sind natürlich, preiswert und haben sich bewährt.

 

c_fisch_teigartikel-kalweit.jpgKonservenfisch: In Großbritannien der Renner im Stick-Mix und ebenso gut im Teig.

 

d_katzenfutter_teigartikel-kalweit.jpgZwar fies aber fängig: Karpfen lieben Katzenfutter!


Eine hervorragende Grundlage für einen guten Teig ist Boiliemix. Der einzige Nachteil ist sein Preis. Im Mix sind viele Bestandteile enthalten, die für das Gelingen eines guten Boilies nötig,  aber leider auch recht teuer sind (Substanzen die beim Kochen binden und gut aushärten, sowie Bestandteile, die ihn als hochwertige „Karpfennahrung“ auszeichnen).
Eine um Längen günstigere und nahezu perfekte Grundlage ist (Vollkorn-)Weizenmehl. Es ist preiswert, sein enthaltenes Weizengluten bindet nahezu alles dauerhaft und die Teige werden sehr geschmeidig. Selbst wenn der Teig weich angemacht wird, bekommt er eine gummiähnliche Konsistenz, die beim Werfen für einen guten Halt am Haken sorgt. Durch Zugabe anderer Zutaten kann man die Beschaffenheit des Teiges beeinflussen. Mit Fischmehl, Pelletmehl, Maismehl, Paniermehl oder Biskuitmehl lockert man den Teig bspw. etwas auf, wodurch er sich aber auch schneller auflöst.
Nun kommt der spannende Teil der Teigherstellung: Was macht unseren Teig nun fängig? Man kann natürlich mit Flavours experimentieren. Ich muss aber zugeben, dass ich ein großer Freund natürlicher Substanzen bin. Neben dem, was wir riechen können, bestehen tierische und Pflanzliche Produkte nämlich aus einer Vielzahl von Stoffen, die sich im Wasser lösen und die die Aufmerksamkeit des Fisches erwecken können (Fette, Säuren, Kohlenhydrate usw.). Zunächst verwende ich klassisch die gesamte Bandbreite günstiger Gewürze wie z.B. Pfeffer, Chilipulver, Paprika, Curry, Knoblauchpulver, Curcuma, Nelkenpulver, Anis oder Zimt. Diese sehr intensiven Bestandteile verleihen dem Teig einen kräftigen Geruch und haben sich tausendfach bewährt. Da sich der Karpfen zum überwiegenden Teil von tierischer Nahrung ernährt und auf dessen Auffinden im Gewässer spezialisiert ist, sollte eine solche Komponente in einem guten Teig nie fehlen. Und hier kommen wir zu den versprochenen „perversen“ Zutaten. Habt ihr schon mal Boilies mit Katzenfutter, Thunfisch, Sardinen, Heringsfilets in Tomatensoße, Leberwurst, Käse, Zuckmückenlarven oder Frühstücksfleisch gemacht? Sicher nicht. In England haben sich einige dieser Zutaten bereits im Stick-Mix bewährt. Doch im Teig verarbeitet können wir ihre „Pulling Power“ nun auch im Hakenköder verwenden. Nachdem das Weizenmehl ggf. mit Gewürzen, Zucker, Salz oder anderen losen Bestandteilen vermischt wurde, werden die eben aufgezählten tierischen Bestandteile in zerkleinerter Form hinzugegeben. Den Fisch und das Katzenfutter kann man mit einer Gabel im Futtereimer zerdrücken und Frühstücksfleisch durch ein Futtersieb reiben. Je wärmer die Zutaten sind, umso besser lässt sich der Teig anschließend verarbeiten. Insbesondere das Frühstückfleisch sollte sehr warm sein, damit es sich im Teig auflöst. Beim Käseteig verwende ich kein Mehl, sondern nehme altes Toastbrot (ohne Kruste) als Grundlage. Das ist ein altes Rezept des legendären Peter Stone; zugegeben, mit Mehl ginge es auch.

e_fisch-zerkleinert__teigartikel-kalweit.jpgHeringsfilets in Tomatensoße zerkleinert...

 

f_teig-heringsfiltes__teigartikel-kalweit.jpg...und mit Weizenmehl zu Teig verarbeitet.

 

g_kaese_teigartikel-kalweit.jpgDer Teigklassiker schlechthin: Kräftiger Käse und Toastbrot. Extrem fängig!


Nun heißt es nur noch Kneten, bis der Teig durchweg geschmeidig ist und keine gröberen Stücke mehr zu erkennen sind. Es soll sich bei wissenschaftlichen Versuchen gezeigt haben, dass Ei eine große Anziehungskraft auf Cypriniden besitzt. Auch wenn ich selbst nur davon gehört habe, möchte ich diesen (potentiellen) Bonus nicht verspielen und gebe immer Ei mit in den Teig, sofern er die zusätzliche Feuchtigkeit noch vertragen kann. Nachteile hat es sicher nicht und es verlangsamt zudem den Auflöseprozess des Köders im Wasser. Schließlich kann man noch Lebensmittelfarbe hinzugeben um die visuelle Attraktivität zu steigern.

Köderpräsentation
Die klassische Weise Teig anzubieten ist mit dem Laufblei. Obwohl diese Form der Angelei mit Aufwand verbunden ist und ständige Konzentration erfordert, so ist sie doch die simpelste und effektivste Weise mit Teig zu angeln. Durch das Laufblei bekommen wir ein direktes Feedback von unserem Hakenköder, d.h, es werden viele Köderkontakte angezeigt, die beim Festbleiangeln unbemerkt bleiben würden. So sind wir bspw. in der Lage Fehlbisse zu erkennen und zu sehen, ob sich Weißfische am Teig vergehen. Durch diese Kontrolle können wir abschätzen, wann es sinnvoll ist den Köder zu überprüfen.

h_werfen_teigartikel-kalweit_klein.jpgMit ein paar Tricks ist das Werfen von weichem Teig kein Problem.

Die Anköderung erfolgt in der Regel so, dass der Teig um den Haken geknetet wird, weshalb der Konsistenz unseres Köders Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Ist sie zu weich, so wird der Teig beim Wurf oder beim Auftreffen auf der Wasseroberfläche abfallen. Ist sie zu hart, verliert er an Attraktivität und wir bekommen unter Umständen Probleme beim Anschlag, da der Haken nicht durch den Teig rutschen und halt im Maul des Fisches finden kann. Was den nun, weich oder hart? Weich! Wir müssen Wege finden, die es uns ermöglichen mit weichem Teig zu angeln. Die Lösung lautet: Weiche Ruten, leichte Bleie, große Haken und kleine Tricks. Je weicher eine Rute ist, umso sanfter beschleunigt sie im Wurf und umso geringer sind die Kräfte, die auf den Köder wirken. Das ideale Wurfgewicht einer „Teigrute“ liegt etwa bei 2 Pfund. Ein kritischer Punkt ist immer der Moment, wenn Blei und Köder auf dem Wasser auftreffen. Schwere Blei schlagen dabei so schnell im Wasser ein, dass sie den Köder vom Haken reißen können. 30-40g sollten aufgrund einer genauen Bisserkennung aber schon sein; schwerer ist jedoch unnötig.
Auch beim Halt am Haken kann man ansetzen. Je größer der Haken ist, umso besser wird der Teig halten. Da der Haken im Köder verborgen ist, sind auch große Haken (z.B. 2er) kein Problem. Muss man mehr Energie in den Wurf setzen um größere Distanzen zu erreichen, kann man noch auf einige Tricks zurückgreifen. Unser Großvater hat in solchen Fällen ein Stück zäher Brotkruste auf den Hakenbogen gezogen und den Teig drumherum geknetet. Wichtig ist, dass die Brotkruste an einer Stelle noch aus dem Teig hervorschaut. So wird sie sich nämlich schnell mit Wasser vollsaugen und aufweichen. Ansonsten könnte sie bei einem Anschlag das Austreten des Hakens verhindern. Eine moderne Lösung ist der „Pastemate“ von Enterprise Tackle. Hierbei handelt es sich um eine kleine Gummikugel, die an einem Seitenarm auf den Haken gesteckt wird. Um die Gummikugel knetet man dann den Teig, wodurch er einen guten Halt bekommt. Ein Vorteil des Pastmates ist, dass die Hakenspitze außerhalb des Köders verbleiben kann, wodurch die Bissausbeute erhöht wird.

i_pastemate-neu_teigartikel-kalweit.JPGMit dem „Pastemate“ hält Teig sicher am Haken.

 

k_runclip_teigartikel-kalweit.jpgLaufblei: Ein Runclip ermöglicht Schnurfreigabe ohne Widerstand.

 

l_watcher_teigartikel-kalweit-b.jpgBisserkennung altmodisch, doch effektiv: Der "Watcher".


Wenn man mit dem Laufblei fischt, heißt es, dem Fisch beim Biss so wenig Widerstand wie möglich zu geben. Das bedeutet, dünne Schnur, Bügel auf und Schnur in den Runclip. Zusätzlich kann man dem Fisch etwas „Spielraum“ geben, indem man leichte Gewichte in die lockere Schnur hängt. Der Klassiker ist der sog. „Watcher“, ein grüner Ring aus Schlauch, der um die Schnur zusammensteckt wird. Beim Biss sollte man nicht zu früh, aber auch nicht zu spät anschlagen. Zu früh und der Fisch ist weg, zu spät, und der Fisch hat tief geschluckt. Das wollen wir unbedingt vermeiden! Fischen wir mit großen Ködern um die 40mm und warten nur wenige Sekunden nach einem deutlichen Biss, dann sind tiefgeschluckte Haken nahezu unmöglich (sicherheitshalber sollte aber immer eine lange Arterienklemme dabei sein). Wenn man schlafen muss, sollte deshalb auf eine sicherere Methode umgestiegen werden: das Festblei.

Beim Angeln mit Teig kann auch auf gewohnte Festbleimontagen zurückgegriffen werden. Einige Dinge müssen aber beachtet werden. Wie bereits beschrieben, können große Bleie dazu führen, dass der Köder beim Aufprall auf die Wasseroberfläche abfällt. Da Festbleimontagen aber erst zuverlässig ab einem Bleigewicht von 60g funktionieren, müssen wir den Kompromiss eingehen und etwas härteren Teig fischen. Da aber ein Haarvorfach zum Einsatz kommt, ist das unter dem Gesichtspunkt der Bissausbeute kein Problem. Zur Anköderung kann man einen alten Trick benutzen, nämlich eine gebogene Kulifeder am Ende des Haares. Teig, der um diese Feder geknetet wird hält erstaunlich gut! Wenn wir mit dem Festblei angeln, bleiben jedoch viele Köderkontakte unbemerkt. Da kann es passieren, dass der Köder abgefressen wird und wir nichts davon merken. Gerade wenn eine ganze Nacht gefischt wird, wäre dieser Gedanke deprimierend. Wenn man keine Lust hat alle zwei Stunden neu zu werfen (was definitiv am sichersten wäre) braucht man jedoch nicht gleich den Teig einzupacken. Was hilft ist eine Kombination aus Boilie und Teig, der sog. „Pastewrap“. Um einen Boilie am Haar knetet man ganz einfach den Teig seiner Wahl. So vereint man die Vorteile des Teiges (Geruch, Geschmack und softes „Mundgefühl“) und die des Boilies (lange Haltbarkeit am Haken). Selbst wenn der Teig abgefressen wird, haben wir immer noch einen Boilie am Haar der bekanntlich auch seine Fische fängt. Da der Pastewrap natürlich um einiges größer ist als lediglich der Boilie, ist das Verhältnis von Haken zu Boiliegröße in solchen Situationen natürlich recht unausgewogen (z.B. 2er Haken und 18er Boilie). Nachts sollte das aber weniger ein Problem sein.

m_kulifeder_teigartikel-kalweit.jpgEinfach aber funktional: Eine Kulifeder hält den Teig sicher am Haar.

 

n_kulifeder-fertig_teigartikel-kalweit.jpgAuch am Haarvorfach können Teigkugeln jenseits der 40mm gefischt werden.

 

p_teig-knoblauchpulver_teigartikel-kalweit.jpgUm Teig zusätzliche Lockwirkung zu geben, kann man ihn bspw. in Gewürze wälzen (hier Knoblauchpulver).


Teig als Lockmittel
Wenn es die Bedingungen nicht erlauben Teig als Hakenköder zu fischen, so muss man auf seine Lockwirkung aber nicht verzichten. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Stick-Mix: Man platziert Substanzen mit großer Lockwirkung in unmittelbarer Nähe des Hakenköders. Der Stick-Mix hat jedoch den Nachteil, dass er seine gesamten Duftstoffe zwar schlagartig freisetzt aber auch rasch verliert. Zudem sorgen Kleinfische oft auch für sein rasches Verschwinden. Das ist kein Problem und sogar optimal, wenn man öfter werfen kann. In Situationen, in denen man aber nur einen Wurf hat oder wo der Köder über sehr lange Zeit an einem Hotspot ablegt werden muss, braucht man eine lang anhaltende Lösung. Hier nun kann Teig eingesetzt werden. Anstelle eines Bleis fischt man dann einen schweren (ab 60g) Method Feeder, um den man einen großen Ballen Teig knetet. Da sich der Teig über viele Stunden auflöst (wie schnell lässt sich über die Bindemittel steuern), haben wir eine dauerhafte Lockwirkung. Wer auf eine Sofortwirkung nicht verzichten möchte, kann den Teig in zerkleinerte Pellets, Minipellets, Gewürze usw. wälzen, bzw. regelrecht damit panieren. Auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sinn macht es z.B. auch, den selben Teig zu verwenden, aus dem man den Boilie hergestellt hat, den man als Hakenköder nutzt.

o_methodfeeder-pellets-neu_teigartikel-kalweit.jpgDauerhafte Lockwirkung am Köder: Teig um Method Feeder, gewälzt in gecrunchten Pellets.

 

r_karpfen_teigartikel-kalweit.JPGKarpfen mögen Teig, das ist sicher. Es wird deshalb Zeit, dass wir diesen Köder wieder zu schätzen lernen und neu erfinden!


Potential erkennen und entwickeln
Vielleicht werden einige von Euch nun die Nase rümpfen, da sie das Angeln mit Teig als altmodisch empfinden. In der Tat hat man mit der Paste schon vor über hundert Jahren Karpfen in Europa gefangen. Aber dennoch: Teig besitzt bewiesenermaßen eine hervorragende Fängigkeit die sich nicht wegdiskutieren lässt. Zwar kommt man oft nicht am Boilie oder harten Partikelködern vorbei, doch Teig ist eine hervorragende Alternative in schwierigen Situationen und manchmal ist er sogar seinem gekochten Bruder deutlich überlegen. Wir wären alle betriebsblind, wenn wir nicht mit frischem Auge einen neuen Blick auf diesen traditionellen Köder und seine Verwendungsmöglichkeiten werfen würden. Ich bin mir sicher, dass man hier ein großes Potential wiederentdecken und weiterentwickeln kann. Manchmal liegt Fortschritt nämlich in der Rückbesinnung auf Althergebrachtes!

Von Wolfgang Kalweit


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