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Home Pro Angelgerät Geräte-Test: Shimano Purist 11-12' 1½lb Barbel Multi Classic

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Geräte-Test: Shimano Purist 11-12' 1½lb Barbel Multi Classic

teaser_barbel-multi-classic.jpgDie „Barbel Multi Classic“ von Shimano ist eine Barbenrute, in die man sich verlieben kann. Neben den hervorragenden Eigenschaften, den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, der guten Verarbeitung und dem unschlagbaren Preis, weiß vor allem auch das schlichte Design zu überzeugen! 




Die Barbe ist mittlerweile auch in Deutschland ein beliebter Zielfisch, weshalb der Bedarf an speziellen Barbenruten wächst. Nahezu jeder Hersteller führt sie in seinem Programm, in den unterschiedlichsten Ausführungen und für jeden Geldbeutel. Auch Shimano folgt dem Trend und hat einige Modelle im Angebot. Blättert man durch den 2010er Katalog entdeckt man - fast etwas abseits - eine Rutenserie mit dem vielversprechenden Namen „Purist“. Unter diesem Namen vertreibt der asiatische Hersteller 10 Friedfischruten, die von namhaften britischen Anglern konzipiert wurden. Optisch fallen die Purist-Ruten durch ihr äußerst schlichtes Design auf, d.h. matter, dunkelgrüner Blank und dunkelgrüne Wicklungen. Bunte Aufkleber und stylische Schriftzüge vermisst man ebenso, wie einen futuristischen Rollenhalter und eine vergoldete Endkappe. Ich muss zugeben: Das ist genau das, was ich seit Jahren vermisst habe!

Unbedingt wollte ich eine dieser Ruten genauer unter die Lupe nehmen. Ich entschied mich für die „Barbel Multi Classic“ in 11-12' Länge und mit einer Testkurve von 1½lb. Ihre Einsatzgebiete sollen kleine bis mittelgroße Flüsse werden, in denen die Barben rollende Käsewürfel aber auch große Swimmfeeder mögen.


Flexibilität: Eine für alles!

Mit der „Barbel Multi Classic“ verfolgt Shimano das gleich Konzept wie auch die Konkurrenz: Die Rute soll so flexibel einsetzbar sein wie möglich. Deshalb besteht die „Barbel Multi Classic“ aus insgesamt 8 Teilen, die durch unterschiedlichste Kombinationsmöglichkeiten zu einer Rute mit vielfältigen Eigenschaften zusammensetzt werden können. Braucht man eine sensible Bissanzeige, verwendet man das Spitzenteil, in das eine der drei Feederspitzen eingesetzt werden kann. Die Spitzen decken mit 2, 3 und 5 Unzen Testkurve einen weiten Einsatzbereich ab, wobei die 3 Unzen Spitze mein Favorit ist, da sie am bestem mit der Aktion der Rute harmoniert.
Ist die Strömung etwas stärker und angelt man mit großen Käse- oder Frühstücksfleischwürfeln oder legt man eine Festbleimontage aus, verwendet man das normale Spitzenteil. Hält man diese Kombination in den Händen, spürt man eine nahezu perfekte Barbenrute für kampfstarke Fische. Hier wurde tatsächlich nicht irgendwas wahllos zusammengeschustert. Die Rute ist in sich perfekt stimmig. Das hat mich überzeugt!
Ein weiteres Feature hat die „Barbel Multi Classic“ noch. Und zwar kann man die Rute oberhalb des Handteils um 1' verlängern. Hierdurch bekommt sie noch eine deutliche Portion extra Rückgrat spendiert, das man bei Hochwasser und starker Strömung sicher gut gebrauchen kann. Zwar verliert die „Barbel Multi Classic“ damit etwas an Harmonie, doch extreme Situationen können so definitiv besser gemeistert werden.
Um die vielen Teile sicher transportieren zu können, wird die Rute in einer Transporttasche aus Nylon geliefert, die sich mit einem Reißverschluss öffnen und verschließen lässt. In diese Tasche passt die Rute auch montiert, samt Rolle.

Verarbeitung: Durchweg überzeugend!

Neben dem klassischen Design und der wirklich überzeugenden Aktion der Rute konnte auch die Verarbeitung bei mir punkten. Da ich selbst schon einige Ruten gebaut habe, lege ich Wert auf Details. Zwar wird man bei der „Barbel Multi Classic“ keine übertriebene Perfektion vorfinden, aber eine durchweg zufriedenstellende Verarbeitung, die auch kritische Zeitgenossen überzeugen dürfte. Insgesamt gibt es diesbezüglich nichts zu meckern.

spitzen_barbel-multi-classic.jpgDie drei Spitzen in 2, 3 und 5 Unzen decken alle Bereiche ab. Die zwei Unzen Spitze ist aus Glasfaser, die anderen beiden aus Kohlefaser.

 

ringe_barbel-multi-classic.jpgRinge und Wicklungen machen einen sehr soliden Eindruck.


Praxistest. Oder: Der verflixte Vorführeffekt...
Wie sich eine Rute wirklich macht, das erfährt man natürlich nur am Wasser. Beim ersten Einsatz an der Lahn habe ich mich für die Feeder-Kombination mit einer 3 Unzen Spitze entschieden. Es war ein relativ langsam strömender Abschnitt mit wenigen Barben, aber dafür der Chance auf einen Kapitalen. Es wurde gefeedert mit einem großen 60 Gramm Futterkorb, der sich problemlos und präzise werfen ließ. Das Handling der Rute ist hervorragend und schon nach wenigen Würfen wusste ich, dass ich die Rute nicht so schnell wieder aus der Hand geben werde. Leider hatte ich an diesem Tag keine Gelegenheit die Drilleigenschaften zu testen, zumindest nicht lange: Schon nach zwei Stunden bekam ich den Biss meines Lebens. Die Rute machte ohne Ankündigung einen Satz nach vorne und lag nahezu waagerecht auf dem Rutenhalter! Ein großer Fisch hatte sich selbst gehakt und ist sofort mit der Strömung geflüchtet. Mein Fehler: Obwohl ich fast immer mit Mono fische, hatte ich mich an diesem Tag für Geflochtene entschieden, da ich auf 40 Meter Entfernung unter überhängenden Bäumen des gegenüberliegenden Ufers fischte. Nachdem ich die Rute greifen konnte spürte ich nur noch kurz die heftige Gegenwehr des Fisches, bis sich das 10lb geflochtene Vorfach verabschiedete. So ein dummes Gesicht habe ich schon lange nicht mehr gemacht...

Da ich wissen wollte, welche Figur die Rute beim klassischen Roving macht, ging es kurze Zeit später an die Sieg. Trotz extremen Niedrigwassers und brütender Hitze war ich zuversichtlich. Aufgrund der geringen Strömung hatte ich mich wieder für die Feeder-Kombination mit der 3 Unzen Spitze entschieden. Das praktische an der weichen Spitze war es, dass sich die butterweichen Käsewürfel gut werfen ließen. Wo aber waren nur die Barben? So ist das mit dem Vorführeffekt, dachte ich. Zum Glück hatten wenigsten meine treuesten Begleiter, die Döbel, Appetit auf Käse. So konnte ich zumindest die Drilleigenschaften erahnen. Zwei schöne Dreipfünder waren zwar keine große Herausforderung für die „Barbel Multi Classic“, aber selbst bei diesen kleineren Fischen wirkte die Rute nicht übermäßig steif. Für mich wurde klar, dass die „Barbel Multi Classic“ auch beim Döbelangeln durchaus eine gute Figur machen kann, überall dort, wo man etwas schwerere Geschütze auffahren muss.

Ich dachte schon, ich würde nie eine Barbe mit der Rute fangen, als sich plötzlich die 3 Unzen Spitze rasant neigte. Nach kurzem Drill war sie da, die Erlösung eines Testanglers: Barbus barbus. Zugegeben, mit 30 cm war sie erst auf dem Weg eine Barbe zu werden. Ich werde aber in ein paar Jahren an die selbe Stelle wiederkehren und versuchen, die kleine erneut an den Haken zu bekommen. Dann wird sie sich vermutlich nicht mehr so leicht zu einem Landgang überreden lassen...

doebel_barbel-multi-classic.jpgAuch der zweite Döbel hätte eine Barbe sein sollen! Nicht desto trotz machte die Rute auch bei diesem Dickkopf eine gute Figur.


Fazit

Auch wenn die Drilleigenschaften aufgrund des Humors unseres guten Petri an dieser Stelle nicht abschließend und fachmännisch beurteilt werden konnten, so kann die „Barbel Multi Classic“ ohne Einschränkungen weiterempfohlen werden. Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, das gelungene Design, die hervorragende Aktion und die überzeugende Verarbeitung haben mich beeindruckt. Und bei einem Straßenpreis von um die 130 Euro ist die Rute wirklich ein Geheimtipp!

Von Wolfgang Kalweit


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