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Spezialisiertes Friedfischangeln & Naturköderangeln auf Raubfische.
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Deadbaiting auf Hecht: Die "Pike Swat" über das Hechtangeln mit totem Köderfisch.

pike-swat-teaser.jpgAls „Pike Swat“ haben sich  Patrick Christoph und Timo Kleinekemper dem Deadbaiting auf Hecht verschrieben. Was sie an der klassischen Form des Specimen Huntings auf Hecht so fasziniert, sind nicht nur die kapitalen Erfolgsaussichten!



Das Angeln auf kapitale Hechte mit totem Köderfisch hat in Großbritannien eine lange Tradition. Es zählt dort zu den fortschrittlichsten Bereichen des Specimen Huntings. In Deutschland gibt es noch nicht viele Angler, die sich ebenso hingebungsvoll dieser interessanten Angelart widmen. Dennoch gibt es Enthusiasten wie die „Pike Swat“ - Patrick Christoph und Timo Kleinekemper - die das Deadbaiting auf Hecht dem Kunstköderangeln vorziehen und damit beachtliche Erfolge erzielen. Was sie an der klassisch-britischen Hechtangelei so fasziniert und warum sie sogar eine eigene Webseite (www.pike-swat.de) darüber herausbringen, das verrät uns nun Patrick Christoph!

pike-swat-hecht3.jpgPatrick Christoph ist eingefleischter "Deadbaiter" - mit großem Erfolg, wie nicht nur dieser Ausnahmefisch zeigt.

 

pike-swat-hecht4.jpgTimo Kleinekemper ist der zweite im Bunde von "Pike Swat". Auch er bevorzugt die britische Art des Specimen Huntings auf Hecht.


CC: Das Angeln auf kapitale Hechte mit totem Köderfisch ist einer der traditionsreichsten Bereiche des Specimen Huntings. Was macht diese Angelart für euch so reizvoll?

Patrick: Es ist die Ruhe und Entspannung beim Ansitzangeln, die völlig unerwartet den Puls in die Höhe treibt, wenn sich die Pose im Bruchteil einer Sekunde verabschiedet oder der Bissanzeiger losheult. Es ist aber auch der Vorteil dieser Angelart, den ich mit Kunstködern nicht habe, nämlich die Zeit. Beim Ansitz kann ich heiße Stellen extrem lange befischen und den Faktor "zur falschen Zeit am richtigen Ort" vergessen.

pike-swat-camp.jpgVon modernen Karpfenanglern kaum zu unterscheiden: Patrick und Timo bedienen sich in vielen Bereichen dem Tackle aus dem Karpfensektor. Für längere Sessions greifen deshalb beide auch zu Bivy und Bedchair.


pike-swat-rodpod.jpgWer glaubt Hechte beißen nur tagsüber, der wird beim Nachtangeln eines besseren belehrt! Timo und Patrick mussten feststellen, dass nachts häufiger die großen Exemplare auf die Suche nach toten Fischen gehen.


CC: Bis zu welchen Gewichten konntet ihr bereits Hechte mit totem Köderfisch fangen? Auf welchen Köder ließen sich eure Personal Bests ein?

Patrick: Da wir überwiegend am Fluss fischen und Flusshechte nicht so ins Gewicht fallen, liegen wir bei 115 cm und 21 Pfund. Fast alle bei uns gefangenen großen Hechte haben wir auf Brassen gefangen.

CC: Welche Art des Deadbaitings bevorzugt ihr? Posenangeln, Grundangeln, Schleppen etc.?

Patrick: Im Fluss ist die Stellfischrute mit Pose der absolute Garant für guten Erfolg. Im See bevorzugen wir das Grundangeln mit dem Unterwasserposen-Paternoster. Mit dieser Montage können wir unseren Köder überall in lebensechter Lage und perfekter Höhe über dem Grund anbieten. Wo erlaubt, kann man diese Montage mit dem Boot punktgenau ablegen und so sehr weite Distanzen fischen. Wenn wir den Wind am See im Rücken haben, dann fischen wir auch sehr gerne mit der Ballonmontage oder mit der Segelpose, wenn nicht ganz so große Distanzen erreicht werden müssen. Wir sind immer sehr flexibel und passen unsere Montagen immer an die jeweilige Situation an.

CC:
Wie sieht für euch ein ideales Hechtgewässer zum Deadbaiten aus? D.h., wo ist mit einer guten Fängigkeit des toten Köderfischs zu rechen?

Patrick: Ich beziehe das jetzt mal auf normale Vereinsgewässer: Parkteiche sind z.B. echte Renner! Legt man dort seine Köder an den Stellen ab, wo meistens die Enten gefüttert werden, dann dauert es nicht lange bis der Köder einen Abnehmer findet. Die meisten Angler schreckt es ab in solchen Parkanlagen zu fischen, da es eine echt nervige Angelegenheit werden kann. Aber gerade die Brücken, die über Teiche gehen und von denen dann auch noch Enten gefüttert werden, beherbergen nicht selten eine dicke Überraschung. Timo und ich haben fast unsere gesamte Jugend an den Stadtteichen geangelt und Fänge von 10 Hechten am Tag waren keine Seltenheit.

Sehr gut sind auch  Baggerseen, die stark von Kunstköderanglern frequentiert werden. Da diese Gewässer meistens recht klares Wasser haben, lernen die Hechte sehr schnell dazu. Dort fischen wir meistens nur in der Nacht und mussten feststellen, dass überwiegend nur die größeren Hechte beißen.

CC: Süßwasser- vs. Meeresfische: Nach welchen Kriterien entscheidet ihr euch für einen bestimmten Köder?

Patrick: Ganz ehrlich, nach etlichen Versuchen habe ich es bei uns zu Hause jedenfalls erstmal abgehakt einen Hecht mit Meeresfisch zu fangen. Wir sind beide überzeugt, dass Meeresfische an manchen Gewässern wirklich mehr Erfolg bringen. Unsere Gewässer gehören aber wohl nicht dazu. Wo immer wir welche bekommen können, verwenden wir frische Köderfische oder bringen sie uns gefroren mit.

CC: Benutzt ihr gewöhnliches Karpfenangelgerät zum Deadbaiten? Gebt uns doch bitte mal einen Einblick in eure favorisierten Gerätezusammenstellungen!

Patrick: Zur Zeit fischen wir beide Karpfenruten mit semiparabolischer Aktion, 3 lb Testkurve und 12 Fuß Länge. Wir werden aber wahrscheinlich auf 3,5 lb erhöhen. Als Rollen kommen normale Freilaufrollen zum Einsatz. Wer mit der Pose angelt, für den reicht eine Rute mit 2,75 lb Testkurve, da kaum große Distanzen geworfen werden müssen. Bei Grundruten kommen dann 3 lb ins Spiel, da die zu werfenden Gewichte steigen. Für die diejenigen, die gerne Köder der 20-25 cm Kategorie verwenden, sollten es dann jedoch schon 3,5 lb sein. Bedenkt man nämlich das Gewicht von einem 20cm Rotauge und dem dazu gehörigen 80 g Blei, so ist man unter 3,5 lb aufgeschmissen, wenn man noch um die 40 m werfen will. Allerdings muss man hier dann Abstriche im Drillverhalten in Kauf nehmen. Kleinere Fische um die 60-80cm machen dann nämlich kaum noch Spaß.

CC: Ein Problem, das beim Hechtangeln mit totem Köderfisch auftreten kann, ist das tiefe Schlucken des Köders. Welche Vorkehrungen trefft ihr, um dieses Risiko zu minimieren?

Patrick: Ganz klar ein Vorfach mit 2 Drillingen und der sofortige Anhieb nach dem Biss. Die Haarmontag mit Selbsthakeffekt, die wir uns ausgedacht haben, erfüllt bis jetzt auch wunderbar ihre Dienste.

pike-swat-hecht3b.jpgDer schonende Umgang mit dem gefangenen Fisch ist für Patrick und Timo wichtig. Angepasste Montagen, sofortiger Anhieb und Abhakmatte sind für beide eine Selbstverständlichkeit.


CC: Da das Ansitzangeln auf große Hechte ähnlich attraktiv ist wie das spezialisierte Karpfenangeln, verwundert es ein wenig, warum es nicht auch ähnlich populär ist. Woran liegt es eurer Meinung, dass diese tolle Angelart - die in England viele Anhänger hat - in Deutschland noch nicht so recht Fuß fassen konnte?

Patrick: Der Aufwand, die Zeit und das benötigte Tackle werden wohl viele abschrecken. Dazu kommt der anhaltende Kunstköderboom der letzten Jahre. Ständig kommt ein neuer Superköder auf den Markt und verspricht Sternstunden am Wasser. Viele haben wohl einfach nicht die Zeit für einen langen Ansitz. Mit der Spinnrute kann in kürzester Zeit eine große Fläche nach Hechten abgesucht werden. Das verspricht somit für die meisten Angler einen schnelleren Erfolg. Wir sind aber auch der Meinung, die Popularität ist deshalb vergleichsweise gering, da die meisten Gewässer einfach überfischt sind und der Bestand an Hechten zum erfolgreichen Deadbaiten zu klein ist. Vergleicht man unsere Situation mit Holland oder England, wo der Hecht fast ausnahmslos zurückgesetzt wird und der Bestand grandios gut ist, wird schnell klar, wieso es hier eher zäh läuft.

pike-swat-hecht2.jpgTimo mit einem guten "Deadbait"-Hecht. An vielversprechenden Stellen sorgt die Ausdauer beim Ansitzangeln dafür, dass man "zur richtigen Zeit am richtigen Ort" ist.


CC: Da dieses Thema bereits in unserem Forum diskutiert wurde: Wie steht ihr zum Anfüttern auf Hechte? Welche Erfahrungen konntet ihr bereits damit sammeln?

Patrick: Wir füttern unsere Hechte immer an, allerdings nicht mit Fischstücken. Wir locken uns die Weißfische an den Platz, in dem wir genau an unseren Spots über Tage füttern und unsere Köderfische genau über diesen Futterplätzen anbieten. Anfüttern mit Fischstücken macht für uns keinen Sinn: Im Sommer vergammeln diese Fischstücke im warmen Wasser viel zu schnell und im Winter, wo der Hecht eh nur in einem kleinen Zeitfenster effektiv auf Nahrungssuche ist, laufe ich Gefahr, ihn mit wenigen Happen zu sättigen.

CC: Wenn man sich mit stinkenden Köderfischen, Bivy und Rodpod ein ganzes Wochenende zum Hechtangeln begibt, wird man sicher oft von seinen spinnangelnden Hechtangler-Kollegen argwöhnisch belächelt. Was bringt ihr diesen Leuten entgegen?

Patrick: Den nötigen Respekt. Jeder soll das machen was er am liebsten tut und wovon er sich am meisten Erfolg verspricht. Die meisten, die uns am Anfang argwöhnisch belächelt haben, respektieren uns mittlerweile und holen sich sogar den ein oder anderen Tipp bei uns.

CC: Was hat euch dazu bewogen, eine Internetseite (www.pike-swat.de) über euch und eure Hechtangelei online zu stellen?

Patrick: Unsere vielen Fragen, die wir als Anfänger damals hatten und die Suche nach einer Internetseite, wo wir die Antworten darauf finden. Wir fanden einfach keine deutsche Seite, in der es ausschließlich um das Deadbaiting ging und somit bestellten wir Bücher und Filme direkt aus England, was uns in jungen Jahren eine menge Geld gekostet hat. Englische Seiten über das Deadbaiting gibt es viele, aber wir fanden keine deutsche. So entstand die Idee!

pike-swat-hecht.jpgSicher werden bei Patrick noch weitere solcher guter Fische auf das Konto des toten Köderfischs gehen!


CC: Habt ihr noch ein paar abschließende Worte für unsere Leser, die vielleicht ermuntern dem Deadbaiten auf Hecht mal eine Chance zu geben?

Patrick: Lernt euer Gewässer kennen und lesen, genießt die Ruhe und die Entspannung beim Ansitzangeln und macht euch den Vorteil des „zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“ zunutze. Gerade an überfischten Gewässern kann das wahre Sternstunden hervorbringen. Aber auch die Abwechslung ist nicht zu unterschätzen, denn nicht nur Hechte sondern auch Zander und riesige Aale nehmen ab und zu auch mal Platz im Kescher. So fing ich z.B. meinen größten Aal von 104 cm auf ein handlanges Rotauge.

CC: Patrick, ich bedanke mich sehr für das Interview und wünsche euch mit eurer Seite viel Glück und hoffe, bald noch mehr von euch zu hören!



Das Interview wurde geführt von Wolfgang Kalweit



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