Schleien angeln, (noch) nicht klassisch oder „alles ist eine Frage der Vielfalt“

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25 Feb 2020 20:36 #1 von Tincer
Teil 1:

Schleien begleiten mich seit meinen „anglerischen Kinderschuhen“, ich liebe es sie mit der Posenmontage zu befischen. Rotwürmer, Tauwürmer, Madenbündel, verschiedenste Teige, kleine Kartoffelstücken usw. Je nach Jahreszeit und Gewässer galt es das von den Fischen Bevorzugte anzubieten, mitunter stieß das auf Gegenliebe.



Nur was ist zu tun wenn angeln mit dem Schwimmer auf die Tincas an einigen Gewässern nicht gut funktioniert oder nicht mehr gut funktioniert, nur wenige Fische je Saison überlistet werden können?
Das war für mich irgendwie unbefriedigend, das wollte ich ändern.



Im Zuge der Anschaffung eines Paares Ruten in 11“ (Free Spirit Barbel Tamer), diese Länge bevorzuge ich an unseren zumeist baumbestandenen Gewässern, stieg ich auf Methode- bzw. Flatfeeder um. Vorheriges Anfüttern vermied ich strikt, das lockt nur wieder die fast allgegenwärtigen Karpfen zur Stelle, die wollte ich nicht fangen.



Der Hakenköder war nun ein kleiner, stark aromatisierter Wafter, das Vorfach mit 5 cm bis 8 cm sehr kurz. An dieser Stelle sage ich ausdrücklich danke an Markus von der BoilieBude. Der Austausch mit ihm war für mich befruchtend … manchmal haben auch alte Angler mit eingefahrenen Marotten eine Beratung nötig, um ihren Horizont erweitern zu können.



Details sind wichtig, nach diversen Versuchen stellte sich an meinen Gewässern heraus, dass ein KD-Rig mit einem 8er wide gape Haken das Optimum für die 10 mm bis 14 mm Köder und unsere Schleien darstellt. Hier einmal mit einem Wafter abgebildet sowie mit meinem verschiebbaren Pellet-Haar. Beides funktioniert zuverlässig.

Was soll ich sagen, „die Methode“ funktionierte prächtig, es landeten regelmäßig Tincas in meinem Unterfangkescher. Fische, die ich in ihrer Größe und Anzahl zuvor nicht an meinen Gewässern gefangen hatte, waren plötzlich keine Ausnahmen mehr.
Ziel erreicht?



Alte Liebe rostet nicht, die Pose probierte ich parallel weiterhin aus. Der Teig war nun mit Pallatrax-Paste gemischt, einem der sehr fängigen Aromen meiner Wafter.
Lag es an der Chemie oder tatsächlich an der Methode, ich wollte das genau wissen.



Ich fing die eine oder andere unserer besseren Schleien, mithalten konnte die herkömmliche Posenmontage jedoch tatsächlich nicht.

Weiter ging es mit den neuen Dingen, u.a. dem zunehmenden Krautwuchs im Waldsee geschuldet … aber es sollte nicht zum Schaden sein.

Die Feeder ersetzte ich durch 1,5 oz bzw. 2,0 oz Inline Bleie, die komplette Festblei-Montage tütete ich in einem PVA Beutel ein. Unter Zugabe diverser Leckerlies wie Pellets, mit Lockstoffen getränkter Stick-Mix, Boiliebruch und Partikeln ward das Ganze zugeschnürt und ab damit an die Krautfelder.



Was den Inhalt der PVA-Säckchen angeht, da bleibe ich in etwa bei der Geschmacksrichtung des Hakenköders. Ich vermenge diverse Körnungen. Der Kleinkram lockt z.B. schnell die vielen Plötzen und Rotfedern an. Diese wuseln am Angelplatzt herum … und schon wird Tinca neugierig und vor allem futterneidisch, findet die größeren Bröckchen und hoffentlich auch den Hakenköder.



Wie man sieht fische ich fast ausschließlich fruchtige Aromen. Das funktionierte die Saison hindurch gut. Letztere dauerte bei mir von Anfang Juli nach der Schleienlaichzeit bis ca. Ende September.
Wichtig vielleicht noch, meine Hakenköder lege ich lange vorm Fischen in flüssigen Lockstoff ein.

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25 Feb 2020 20:39 #2 von Tincer
Teil 2:

So Kraut so gut, mir war es schon fast unheimlich wie regelmäßig die grüngoldenen Damen und Herren zu übertölpeln waren, irgendwie schon fast wieder zu einfach. Prächtige Fische kamen aus dem Pflanzendschungel, meine Ruten mit der 2 lb Testkurve bewältigten die Situation souverän.



Saisonstart 2017 bereits sehr früh, ich wollte sehen ob Tinca schon zu fangen ist wenn´s noch kalt ist.



Die ersten Knospen zauberten sanftes Grün in den Wald, da saß ich bereits auf Schleien an.



Der mini-PVA Beutel war mit feinem, lockstoffgetränktem Stick Mix, wenigen 2 mm Pellets und dem Hakenköder (10 mm oder 12 mm) knapp gefüllt.
Viele Fische fing ich nicht aber ich fing welche. Evtl. lag das aber auch am lange kalten Frühjahr 2017, wer weiß.



Ob das gut war, dass ich so zeitig im Jahr begonnen hatte Schleien zu angeln? Irgendwie klappte das folgende Fangen nicht so toll wie in der vorherigen Saison. Selbstanalyse des Ganzen, es dürfte daran liegen, dass ich einfach zu wenig Futter verwendete. Ende April war das korrekt aber nun in der warmen Jahreszeit hielt es die Tincas wohl nicht lange genug am Platz. Die Methodefeeder des Vorjahres hatten da wesentlich mehr „abgeladen“.



Kurzum Änderung der Strategie. In dem Zuge wechselte ich auf meine alten 3,0 m Black Star Ruten mit 40 g WG, ich saß nämlich nun direkt unterm Geäst, fischte in Pendelwurfentfernung eine Krautkante an. Keine PVA-Beutel mehr, ein simples Run Rig mit 20g Birnenblei und gut war`s. Ich liebe das aktive Beobachten meiner alten Eigenbau-Bissanzeiger, den prompten Anhieb bei deutlichen Signalen, das ist angeln mit allen Sinnen.



Ab und an auch mit Tricks, hier ein mit Pallatrax-Paste umknetetes Boilie. Hochattraktiv, das lockt sehr zuverlässig wenn „der Mantel“ sich unter Wasser bröckchenweise ablöst.



Eine grobe Futtermischung flog nun satt aber in kleinen Bällchen und flächig gut verteilt zum Angelplatz, ruhig ein Kilo auf beide Ruten. Klotzen statt kleckern … dann darf das wirken.
Als Sonderzugabe bekamen die Fische zwei, drei Hände voll 10 mm Boilies dazwischen gestreut, teilweise mitten hinein in das Kraut. … lass sie nur fleißig suchen …

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25 Feb 2020 20:40 #3 von Tincer
Teil 3:

Auch das funktionierte.



Waren die ersten Schleien gefangen, gab es nun nur noch ein paar lose Boilies oder Pellets nachgestreut. Teufelswerk, die Fische fuhren voll drauf ab.
… und zudem, ich fing Plötzen, groß wie ich sie am Waldsee lange nicht gesehen hatte.



Was war noch anders als in der letzten Saison. Ja richtig, ich hatte auf Krillboilies gewechselt, fischte nicht mehr nur fruchtig. Törnte das die großen Plötzen so an? Gut möglich.



Soll man sauer sein, dass es am Zielfisch vorbei ging? Bei solchen Rotaugen ganz bestimmt nicht.
... die Zielfische gab es ja weiterhin, aufgelockert durch zwischenzeitliche Plötzenfänge. Ein tolles Angeln auf dicke Fische.



... und ja die geliebte Pose. Gegen Ende der beschriebenen Saison, an einem anderen Gewässer, angelte ich mit einer Liftmontage, 15 cm Vorfach und einem 12 mm Krillboilie.



Neben diversen Brachsen ließ sich auch ein „Herr Tinca“ überzeugen. Wieder eine tolle Möglichkeit mehr … man muß sich nur entscheiden.

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26 Feb 2020 16:18 #4 von suder
Hallo,

danke für den ausführlichen und gut aufbereiteten Beitrag.

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26 Feb 2020 17:42 #5 von Montauk
Na wenn das keine Lust macht .... danke für den schön bebilderten Bericht.

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26 Feb 2020 19:35 #6 von Tincer

Montauk schrieb: Na wenn das keine Lust macht .... danke für den schön bebilderten Bericht.


Bitte ... aber ich muß mich in Zukunft kürzer fassen. Je Beitrag ist für 8 Bilder Platz. Daher auch die drei Teile.

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