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Tour de Tinca 2019
(1 Leser) (1) Gast

THEMA: Tour de Tinca 2019

Aw: Tour de Tinca 2019 15 Jun 2019 09:05 #19716

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Bundesliga macht doch Pause?
"BLOOD, SWEAT and BEERS"

-Frei nach Winston Churchill

Aw: Tour de Tinca 2019 16 Jun 2019 16:50 #19718

(Ich bin von der Tageseinteilung jetzt auf die einzelnen Gewässer umgestiegen)

Waldteich 1

Patrick angelte 20 Meter entfernt vom Drillbaum und konnte die Ruhe genießen. Also haben wir beide mittags noch mal angefüttert, 4 – 5 tomatengroße Ballen (kommt mir jetzt nicht mit Cocktail-Tomaten) und trafen uns mit Dirk, der mal ausgeschlafen hatte. Beneidenswert, aber zumindest zwei von uns nahmen es ernst mit dem „serious fishing“. Am Nachmittag trafen wir uns dann mit Dennis am Strawberry Fields, er gab uns weitere Tipps und zeigte uns zwei „swims“ an diesem Teich, die einzigen, die man unter selbstvergessenem Einsatz von Leib und Leben erreichen konnte. Ich versank zuerst einmal bis zu den Knien im Schlamm und verzichtete, kaum das nackte Leben gerettet, auf weitere Erkundungen. Die jugendlichen Abenteurer schlugen sich durch Matsch und Schmodder bis ans Ufer - und bekamen die Münder vor Staunen kaum zu. Ein Traumgewässer! (Und fragt uns jetzt nicht, warum wir uns nicht sofort dort eingenistet haben! Glaubt mir, irgendwie wissen wir das auch nicht. Zumindest meinten wir, dort nicht zu dritt fischen zu können. Man lernt ja dazu.)

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Außerdem hatte sich ja eine Schleie an Teich 1 interessiert gezeigt. Dennis bot sich dann noch an, bei uns das Kraut zu harken. Ich hatte schon gelesen, das würde die Schleien schier verrückt machen, er behauptete das auch, aber ich verabschiedete mich innerlich von weiteren Fängen an diesem Abend. So kam es dann auch: tote Hose! Dennis veranschiedete sich nach getaner Arbeit mit den Worten, wenn wir Morgen früh nichts fangen würden, dann könne das nur noch an uns liegen. Ich liebe solche „self-fulfilling prophecies“ und habe den nächsten Morgen total aus meinem Gedächtnis eliminiert! Die beiden anderen haben das wohl auch getan!

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Still ruht Teich 1 - ebenso die Schleien!

Wäre das ein interaktiver Artikel, so könnten die geneigten Leser jetzt unter folgenden Fortsetzungen wählen:

1. Die frustrierten Protagonisten knien sich gemeinsam nieder und weinen ein halbes Stündchen. Danach spenden sie Ihr Angelgerät der Jugendgruppe des Heimatvereins und beginnen das Studium der kulturellen und landschaftlichen Schönheiten Irlands.

2. Die frustrierten Protagonisten zerbrechen ihre Ruten und versenken sie auf Nimmerwiedersehen im tiefsten See des Co. Clare. Danach brechen Sie den Urlaub ab und fliegen ergrimmt heim um anderem Zeitvertreib, wie Schach, Panini Bilder sammeln und Bonsai-Pflege nachzugehen.

3. Die unverzagten Protagonisten behalten ihre vorzügliche Laune bei, da das gemeinsame Fischen und die grandiose Landschaft dazu beitragen, ihre wunderbare Leidenschaft weiter in allen Zügen zu genießen.

Wir waren zwar interaktiv dabei und hatten nicht nur diese Wahlmöglichkeiten. Intuitiv folgten wir Punkt 3...

Das Highlight des Abends war dann unser Abendessen im Pub Nuala‘s in Tuamgraney. Da gab's zum Dessert „Sticky Toffee Pudding“, der noch besser schmeckt als er heißt. Dirk verliebte sich (nein, nicht in die sexy Bedienung!) in den „Snickers Cheese Cake“. Also, allein die beiden sind schon eine Reise wert!


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Kilgory Lake

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Das war der zweite Tipp von Dennis, ein größerer See mit zahlreichen Angelstegen. Wir suchten also für jeden einen Steg in Sichtweite voneinander, sonst können die anderen ja nicht neidisch werden, wenn die Schleien nur bei einem selbst beißen. Und wir konnten jeder mit zwei Ruten fischen.

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Chancenoptimierung heißt das wohl. Andere sagen vielleicht Gier oder, was am ehesten passt, letzter Strohhalm. Tatsächlich fing ich auch eine(!) kleine(!) Rotfeder. Patrick bandelte auch mit ihnen an. Und Dirk blieb seiner Linie treu und fing Hechte auf Wurm.

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Saukalt war es übrigens!

Ein paar marodierende Eisenwerfer fragten dann Patrick, ob Dirk denn mit „deadbait“ angeln würde. Sie selbst waren nur wenig erfolgreich. Als Patrick erklärte, Dirk fängt Hechte immer mit Würmern, haben die Hardcoreangler eingepackt. Dann hatten wir den See wieder für uns. Und unsere Ruhe, denn die Schleien hielten sich weiter vornehm zurück. Auch am nächsten Morgen, die Schleien beißen ja am besten in aller Herrgottsfrühe, konnten wir die Stimmung entspannt genießen. Natürlich stellte sich keiner von uns die Frage, was zum Teufel mach wir hier bloß, und das zu dieser Uhrzeit?

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Sodele, die Spannung steigt!
Werden die Protagonisten doch noch Punkt 1 oder 2 wählen?
Oder ist das Schicksal nicht so grausam und öffnet doch das Füllhorn des Schleienglücks?
Oder kommt alles ganz anders?

Die Antwort auf diese brennenden Fragen lest Ihr in der letzten Fortsetzung!
Mit wie gewohnt besonders freundlichen Grüßen aus dem Revier
Wolfgang

A40 - woanders is auch Scheisse
Letzte Änderung: 16 Jun 2019 21:51 von Tief im Westen.
Folgende Benutzer bedankten sich: Puck, Tincer

Aw: Tour de Tinca 2019 20 Jun 2019 12:46 #19730

Strawberry Fields (forever)

www.youtube.com/watch?v=HtUH9z_Oey8

Let me take you down
'Cause I'm going to Strawberry Fields
Nothing is real
And nothing to get hung about (nichts, worüber man sich aufregen könnte...)

Zwei Sessions am Kilgory, außer Spesen (Rotfedern, Hechte) nichts gewesen, für die letzten beide Ansitze begaben wir uns auf schwankenden Boden. Angeblich saßen wir an einem der beiden Plätze auf Paletten, es war inzwischen Gras drüber gewachsen; vielleicht sollte das mit meinen Erlebnissen besser auch geschehen.

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Mein Leben zog wie Film vor meinem inneren Auge ab, als ich heldenhaft von Grasinsel zu Grasinsel schwankte und schließlich das Ufer erreichte. Gut, dass ich nicht auf den Gedanken kam, dass beim Rückweg das Schicksal ein zweites Mal herausgefordert werden wollte. Patrick und ich saßen nahezu auf Tuchfühlung, der Boden schwankte und ich dachte, dass alle Schleien längst auf der Flucht waren. Je eine Rute waren schnell ausgelegt und nach einer halben Stunde sahen etwas weiter draußen erste Blasen.

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Allen Unkenrufen zum Trotz sah ich ungläubigen Auges dann bei Patrick eine typischen „lifting bite“, der Anhieb saß und ich durfte einem Drill beobachten, wobei ich Patrick noch nie so aufgeregt gesehen habe. Nur eine schmale Lücke in den Seerosen, draußen Krautfelder und eine Schleie, die genau dort Schutz suchte. Trotz des hohen Adrenalinpegels agierte Patrick aber sehr souverän und konnte sie schließlich keschern. Wenn ich noch nie einen glücklichen Angler gesehen habe: Patrick strahlte über alle 4 Backen. Endlich entschneidert! Und ich dachte, ach schau mal, so sehen also Schleien aus! Schön, grün.

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So was motiviert ja, frische Maden an den Haken – und schließlich wanderte auch mein Schwimmer und tauchte ab! Anhieb, diesmal kein Baum, sondern eine Schleie im Drill. Ich hielt sie auch recht kurz, die Rute federte die Stöße und Fluchten bis in den Handgriff ab, durchgehende Aktion, ein Genuss. Bis bei einer Flucht plötzlich der Kontakt abbrach und ich mir die Kringel meines Hakenknotens anschauen durfte. Angeblich haben schwarze Löcher ja auch etwas mit Supernovae zu tun, ich habe da eine andere Theorie.

Mit meinem Hakenbinder binde ich Plättchenhaken seit mindestens 40 Jahren sicher an, warum dieser eine Knoten aufging? Kann es etwas mit dem größeren Schnurdurchmesser und Fluorocarbon zu tun haben? Ich kehrte zum Öhrhaken, GTM und Palomar zurück. Aber zu spät! Wie sang Hans Albers damals noch so schön? La Palomar adé!

Wie erging es Dirk auf seinem Prinzenplatz, etwa 15 Meter, getarnt wir ein „seal“? Durchaus „action“ am Angelplatz, Fehlbisse und kein Kontakt. Zumindest hat er ständig gefüttert, mäßig aber regelmäßig und die Schleien zeigten Interesse.

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An nächsten Morgen, wieder zu nachtschlafender Zeit, die letzte „session“. „Never change a winning team“, wir fischten also wie am letzten Abend, allerdings versuchte ich es jetzt mit Wurmstückchen, die sollen ja kräftig „flavour“ abgeben. Und nach kurzer Zeit waren an unserm Platz heftige Blasenteppiche zu sehen, die Schleien waren also da! Während wir aufgeregt auf die unvermeidlichen Bisse warteten, hörten wir Dirk heftig fluchen. Ich verstand so viel wie: Haken aufgebogen! Er sagte wesentlich mehr, aber eher nichts Sachdienliches.

Einige Zeit später flüchtete eine Schleie in die Seerosen und riss ab. Zumindest was Pech betraf, holte Dirk mächtig auf. Wir betrachteten weiter die Blasenfelder, mal hier mal da, änderten mal die Köder, fischten feiner, versuchten dies und das, von jedem was – und wurden mit Verachtung gestraft. Ich hatte nicht mal einen Schnurschwimmer. Zumindest konnten wir eine Flussseeschwalbe beobachten, die akrobatisch Insekten von der Wasseroberfläche pickte und uns so die Zeit vertrieb.

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Bei Dirk war weiterhin was los, zum Schluss hatte er „speed datings“ mit 4 Schleien, ohne dass die richtige dabei war. Zumindest hatte er die meisten Schleienkontakte von uns. Und wieder hatten wir etwas zu grübeln, lag es am intensiveren Füttern, dass die Schleien nur bei ihm bissen? Wir hatten zwischendurch immer wieder mal Maden und Caster mit dem „catapult“ über unsere „floats“ gefüttert.

Fazit


Grundsätzlich war es sicher ungünstig, dass nach einer längeren Schönwetterperiode jetzt Regen und Kälte auftraten. Das ist aber typisch Irland, darauf waren wir eingestellt, schließlich gibt es Wetter Apps. Eine Schleie konnten wir fotografieren und haben uns gemeinsam darüber gefreut, dass es also doch eine Tour de Tinca war.

Ich war mit den beiden noch nie längere Zeit zum fischen, man lernt gerade bei Misserfolg so manche Pappenheimer kennen. Bei uns passte die Gruppe, alle waren gelassen, entspannt und unaufgeregt, es blieb bei unserer durchgehend guten Laune. Die intensive Betreuung von Dorothy (Kontakt gern per PN) und (eher unwahrscheinlich???) die Pubbesuche trugen ebenso dazu bei, wie die herrliche Landschaft und die Atmosphäre Irlands.

Insgesamt ein Angelurlaub, der uns drei begeistert hat! Beim nächsten Mal machen wir alles anders - und besser?

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Mit wie gewohnt besonders freundlichen Grüßen aus dem Revier
Wolfgang

A40 - woanders is auch Scheisse
Letzte Änderung: 21 Jun 2019 09:40 von Tief im Westen.
Folgende Benutzer bedankten sich: Puck, Tincer

Aw: Tour de Tinca 2019 20 Jun 2019 16:45 #19731

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... dann Petri heil zum Herrn Schlei, deshalb gefangen weil eben nicht so zickig.

Ansonsten so viel Pech muss man erst mal verdauen ... letztendlich "kannste nix machen".
Angeln ist und bleibt ungerecht.

Vielen Dank für die tiefen Einblicke in eure Erlebnisse auf der grünen Insel.
Ich angele, um dem Lärm der Welt zu entfliehen.
Letzte Änderung: 21 Jun 2019 10:21 von Tincer.
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