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Tour de Tinca 2019
(1 Leser) (1) Gast

THEMA: Tour de Tinca 2019

Tour de Tinca 2019 06 Jun 2019 18:03 #19666

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Ich hoffe Wolfgang und Dirk ergänzen.
Und da diese beiden die besseren Schreiber sind fasse ich mich kurz
Wolfgang hat hoffentlich Tagebuch geführt.

Wir hatten einen leider recht kurzen Urlaub in diesem tollen Land.

Ich weiß nicht mehr wer die Idee hatte, aber sie war glorreich!!

Ein tolles Land, super Leute und Wasser ohne Ende.

Es sollte auf Schleien gehen.
Wir haben 4 Gewässer beangelt und eigentlich fast nur Hechte gefangen.
Die irischen Hechte scheinen die Wochen zuvor gefastet zu haben.
Wir haben die Racker mit allem gefangen...bis die Kunstköderangler entnervt aufgegeben haben.
Ob wir am Deadbaiten wären war die Frage...
"Nein wir fangen die alle mit Wurm, Made und Teig"


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Wir haben uns richtig ins Zeug gelegt.
Die Gewässer waren toll.
Für mich gab es eine Schleie. Hart erarbeitet.
Der Boden war extrem weich und die Gewässer gestopft voll mit Köcherfliegenlarven, Schnecken und allen möglichen an natürlicher Nahrung.
Ich habe auf meiner FB Angler Seite ein paar Bilder und Text. Ich will Wolfgang und Dirk nicht zu viel Arbeit hier abnehmen
Würde mich freuen wenn die beiden hier ihre Lieblingsbilder und Texte ergänzen.
Wer die harten Fakten sehen und lesen will: www.facebook.com/Strohhutangler
Ich hoffe Wolfgang schreibt etwas, dass ist auf jeden Fall kurzweiliger als es mein Geschreibsel sein könnte.
"BLOOD, SWEAT and BEERS"

-Frei nach Winston Churchill

Aw: Tour de Tinca 2019 07 Jun 2019 18:01 #19667

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Na da will ich aber hoffen, dass in Ermanglung von Schleien wenigstens der Whiskey gut war
Ich angele, um dem Lärm der Welt zu entfliehen.

Aw: Tour de Tinca 2019 09 Jun 2019 18:28 #19679

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Ich hatte mich eher ans Stout und Ale gehalten
"BLOOD, SWEAT and BEERS"

-Frei nach Winston Churchill

Aw: Tour de Tinca 2019 09 Jun 2019 18:39 #19680

Tour de Tinca – die Zweite

Stellen Sie sich mal Folgendes vor. Sie haben in den 80er Jahren einen Artikel über eine Reise nach Irland zum Schleienfang gelesen, der irgendwie in Erinnerung geblieben ist. Dann ruft Ende 2018 ein Freund an und fragt, ob Sie nicht Lust hätten mal in Irland auf Schleien zu fischen. Er habe einen uralten Artikel gelesen und suche dringend Mitangler. Sie wissen sofort(!), von welchem Artikel er spricht. Sie kramen den Artikel aus unzähligen sorgsam archivierten Jahrgängen hervor, lesen ihn nochmal mit Vergnügen und Ihnen kommt siedend heiß die Erkenntnis: Auf genau den kleinen Seen im Co. Clare, die der Autor beschreibt, haben Sie vor einiger Zeit mit dem Belly Boat auf Hecht gefischt. Unwahrscheinlich? Genau das ist mir passiert!
Einen dritten Mann zum Skat, pardon, zum Schleienangeln zu finden war nicht schwer. Patrick war sofort mit bei der Sache, als wir verrieten, es wird strikt oldschool mit Pose gefischt. Ein tolles, auf Angler ausgerichtetes B&B kannte ich von meinen Hechtreisen, eine Mail und der Aufenthalt war gebucht.

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Nach einem angenehmen Flug, den sogar Patrick überstand (erster Auslandsflug), trafen wir schon bei der Gepäckausgabe Dirk, der aus Schweden kam. Das Beste: Unser Rutenrohr war ebenfalls angekommen! Der Mietwagen war kaputt, alles auf der falschen Seite, Europcar wollte aber keinen Preisnachlass geben. Egal, nach 3 Stunden inkl. Snack bei Circle K kamen wir im Clondanagh Cottage bei Dorothy an, obwohl sehr viele Falschfahrer unterwegs waren; eigentlich nur. Und dann blinken die auch noch!

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Großer Kriegsrat bei Kaffee und Kuchen, welche Schleienseen denn für uns ideal wären. In Frage kamen nur kleine „Loughs“, deren Namen man auf Google Earth nicht findet. Wir wollten gern für uns bleiben, denn Schleien sind zickig. Mutig behaupteten wir, uns stünde nach „Serious Fishing“ der Sinn. Hätten wir vielleicht nicht machen sollen…

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Was ich allerdings mache ist, ein paar englische Fachbegriffe einzustreuen. Ich will auch dazugehören, denn wie ich von Karpfenfreunden und Raubfischspezis weiß, wird man bei der Benutzung unverständlicher Fremdsprachenbezeichnungen unverzüglich als kompetenter Experte anerkannt. Wer etwas nicht versteht fragt übrigens auf keinen Fall nach, da würde man sich ja selbst als Anfänger und Banause entlarven.

Dorothy fuhr mit uns zu zwei Seen, an einem fütterten wir gleich an, „Groundbait“ und vieles andere, wie Schirme, Stühle und „Landing Nets“ hatte sie bereitgestellt. Ein wenig besuchter, kleiner See, denn der Eigentümer mag keine ungebetenen Gäste und besitzt u.a. eine Schrotflinte. Dorothy hatte aber ein gutes Wort für uns eingelegt. Zur Beruhigung der verständlicher Weise besorgten Leserschaft sei erwähnt, dass wir körperlich weitestgehend gesund blieben. Die seelische Qualen allerdings, aber wir wollen nicht vorgreifen

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Abends ging’s dann noch ins Pepper’s, wo Einheimische authentische irische Musik spielten. Dass dort Pale Ale und Guinness ausgeschenkt wurde, sei am Rande nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Meinen Jungs hatte ich vor vielen Jahren mal verraten, dass die besten Pubs per Pipeline direkt mit der Guinness Brauerei in Dublin verbunden sind.

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Tag 1
Inzwischen hatte Dorothy uns verraten, dass die irischen Schleien in aller Herrgottsfrühe und vor Sonnenuntergang beißen, kaum waren wir abends im Bett, ging schon der Wecker. Auch an den weiteren Tagen standen wir zwischen 4 und 5 Uhr auf, das umfangreiche irische Frühstück gab es dann zwischen 10 und 11 Uhr. Anschließend ein Power Nap, dann waren wir für Einkäufe im „Supermarket“ und die Abend-Session wieder fit. Vor allem Dirk schaffte es, auf Wurm mehrere Hechte zu fangen, der eine oder andere zernagte die Montage, einmal auch oberhalb der Pose.

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Ich machte auf Vegetarier, fischte mit Mais und schneiderte gnadenlos ab. Patrick fing wenigstens noch Rotfedern, na ja, zwei oder drei.

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Abends lief es auch nicht besser, schließlich heißt es „die“ Schleie, kein Wunder, wenn die launisch sind. Zumindest hakte Patrick noch einen soliden Aal.

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Tag 2
Vormittags trafen wir uns mit Ivan, einem Schleienspezialisten aus Limerick. Der empfahl uns zwei kleine versteckte Teiche, wie sie eigentlich idyllischer nicht sein können. Einer wurde von uns sofort in Strawberry Fields umgetauft, weil er ganz ähnlich heißt; Patrick singt den Refrain des Beatles Songs „Strawberry Fields for ever“ inzwischen ununterbrochen. Jedenfalls befischten wir schon recht früh den anderen „Pond“ um schon mal ein Gefühl für das Wasser zu bekommen, außerdem weiß man ja nie. Launische Schleien und so, hatte ich das schon erwähnt?

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Und tatsächlich, plötzlich sah ich Blasenteppiche in meinem „Swim“, da tat sich doch was! Dann wanderte die Pose, jemand interessierte sich für meinen Mais, ein Korn aus der Dose, das zweite mit rotem „Bloodworm“ Dip veredelt. Die roten Flecken bekommt man kaum von den Fingern und anderen unvorsichtigen Körperteilen. Erst verschwand die Pose, dann hieb ich zügig und knackig an und befand mich spontan in einem heftigen Drill – mit dem Baum hinter mir.

Fortsetzung folgt...

(Die Fotos sind von uns Dreien geknipst worden.)
Mit wie gewohnt besonders freundlichen Grüßen aus dem Revier
Wolfgang

A40 - woanders is auch Scheisse
Letzte Änderung: 10 Jun 2019 12:15 von Tief im Westen.
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Aw: Tour de Tinca 2019 09 Jun 2019 22:59 #19684

  • Wolfgang
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Oh man, das sieht ja richtig gut aus!

Die Fische sind bei so einem Trip doch fast Nebensache. Wie oft war ich schon tagelang in Holland Hechtangeln ohne Fisch und habe trotzdem jede Minute genossen...

Grüße

Wolfgang

Aw: Tour de Tinca 2019 10 Jun 2019 08:36 #19687

hallo ,nach dem lesen des artikels von ;tief im westen;wußte ich der tag fängt wunderbar an.solche artikel sind es die mich in alten zeitschriften suchen lassen.einfach wunderbar (auch oder eben?) auch ohne großen fang.WANN KOMMT DIE FORTSETZUNG??

Aw: Tour de Tinca 2019 10 Jun 2019 12:06 #19693

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Darauf hatte ich gewartet
"BLOOD, SWEAT and BEERS"

-Frei nach Winston Churchill

Aw: Tour de Tinca 2019 - 10 Jun 2019 13:16 #19696

Tackle & Co.

Es gibt ja immer so ein paar Technik-Freaks, die ohne „rigs“, „breaking strain“ und „test curves“ (früher hielt ich das für unanständig) nicht glücklich werden. Wir hatten unseren Fundus gesichtet, gerade drei Ruten für jeden gingen so eben in das Rutenrohr, und uns dann auf Matchruten und Posenruten von 1,25 bis 1,5 „lbs“ (Das heißt nicht Landesbausparkasse, sondern englische Pfund und spricht sich keinesfalls wie libbs aus. Auch wenn alle es so sagen.) beschränkt. Trotz mangelnder Drill-Erfahrung würde ich sagen: gute Wahl!

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Dafür hatten wir ein paar Posen mehr mit, man will ja auf alles vorbereitet sein, nutzt dann aber nur einen Bruchteil. Für die bevorzugte Liftmontage in nicht sehr tiefen Gewässern montierten wir das Hauptgewicht an der Pose, ein „BB“ oder „No.1“ nahe am Vorfach und ein „anchor shot“ in „BB“ oder „AAA“ überbleit 5 – 10 cm vor dem Haken.

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Dennis, der zweite irische Experte, riet uns dringend darauf zu verzichten und den Köder über dem sehr feinen Schlamm, in dem alles einsinkt, anzubieten. Nicht nur ich habe das ohne Biss getestet, bin zur Liftmontage zurück und versuchte Köder und Haken mit schwimmenden „artificial maggots“ vor dem Versinken zu bewahren. Woher sollen denn die typischen Blasen kommen, wenn die Schleien nicht im Schlamm wühlen?

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Für das „prebaiting“ wurden uns Partikel empfohlen, die es als Tauben-Futter säckeweise zu kaufen gab. Über Nacht eingeweicht wurden sie mit „crumb“ gemischt, das die gleiche Anmutung hat, wie unser Paniermehl. (Neben dem Gebrauch der englischen Fachbegriffe liebe ich es auch, mich gewählt auszudrücken!) Recht trocken angemischt sollten die Futterbälle sich sofort direkt am Boden auflösen und die Partikel vor dem Einsinken bewahren. Auch hier gab es eindeutige Tipps, einerseits hörten wir, zwei Säcke „crumb“ brauchen wir mindestens für 6 Angeltage, andererseits seien 3 – 4 kleine Bälle am Abend vorher mehr als genug. Ich war versucht, erst kräftig anzufüttern und anschließend drei kleine Bälle einzustreuen.

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Als „hookbait“ hatten wir „sweetcorn“, Würmer und „mixed maggots“ im Pommes-Stil, also rot/weiß. Ivan empfahl weiße Maden (gleich nachgekauft), anschließend erklärte Dennis, die Schleien fressen „bloodworm“(Tubifex), also seien 4-5 rote Maden einzusetzen. Ist es nicht erfrischend, gleich zu wissen, was man tut?

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Fortsetzung folgt...
Mit wie gewohnt besonders freundlichen Grüßen aus dem Revier
Wolfgang

A40 - woanders is auch Scheisse
Letzte Änderung: 10 Jun 2019 19:25 von Tief im Westen.
Folgende Benutzer bedankten sich: whackercatcher, Tincer

Aw: Tour de Tinca 2019 - 10 Jun 2019 19:07 #19697

Hallo Männers,

Vielen Dank für diesen tollen Bericht! Das macht Appetit auf mehr!
Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Folge!

LGRolf

Aw: Tour de Tinca 2019 - 10 Jun 2019 20:37 #19698

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  • Beiträge: 1257
Moin die Herren "Irländer",

akkurat und wie Wolfgang K. bemerkte, so was ist auch nett ohne Fische.

Wolfgang, danke für die Berichtsabschnitte, ich hoffe doch sehr auf noch mehr ... und Dein Stil zu schreiben, wie immer erfrischend

Ein wenig besuchter, kleiner See, denn der Eigentümer mag keine ungebetenen Gäste und besitzt u.a. eine Schrotflinte.


Den Mann mag ich

Frage, auch wenn ich mich damit als Ahnungslosen oute
Bloodworm = Tubifex? Ich dächte es handelt sich dabei um Chiromomiden oder zu gut deutsch, rote Zuckmückenlarven.

Solch ulkigen "alles verschlingenden" Feinschlamm kenne ich aus Brandenburg von einigen Waldseen. Das ist fürs Angeln in der Tat kein Geschenk, das macht es unheimlich kompliziert.
Da hilft beim Loten nur ein weißer Wollfaden am Vorfach, um herauszubekommen wie tief das Lot noch eingesunken ist ... denn das merkt man überhaupt nicht.

Patrick darf ruhig zugeben, dass er von E & S die Reise gesponsort bekam, siehe das eindeutige Logo auf dem linken Oberarm ... aber was die 1848 uns auf Wolfgangs Schimmütze sagen will ... das lässt ja fast nichts Gutes ahnen, geschichtlich betrachten
Ich angele, um dem Lärm der Welt zu entfliehen.
Letzte Änderung: 10 Jun 2019 20:46 von Tincer.
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