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Spezialisiertes Friedfischangeln & Naturköderangeln auf Raubfische.
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THEMA: Tinca-time...

Tinca-time... 11 Sep 2018 22:02 #18759

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Liebe CC‘ler,

nach längerer Zeit des Schweigens möchte ich mich mal wieder mit einer kleinen Story zu Wort melden.

Im Frühjahr hatte ich mehrfach versucht, eine der grüngoldenen Schönheiten namens Tinca tinca gezielt mit der Waggler-/Lift-Montage zu überlisten. Hierfür hatte ich mir einen abgelegenen Wald-/Moorsee im Berliner Umland ausgesucht. Obwohl schleientypische Aktivitäten am Futterplatz zu verzeichnen waren, gab es keinerlei Bisse. Das eine Mal war ich völlig erfolglos, das andere Mal pflügten mir zwei Satzkarpfen den Platz um, nach deren Landung totale Ruhe einkehrte.

Nach Abflauen der extremen Hitze war ich dann Ende August an einer kleinen Wasserlache südlich von Rostock unterwegs. In den letzten Jahren hatte ich hier bereits bescheidene Erfolge erzielen können. Vorteil der kleinen Sölle in dieser Gegend ist, dass sie von einheimischen Anglern kaum befischt werden, so dass sich in dem von mir entdeckten ein kleines Schleienparadies entwickeln konnte.

Nach einer bescheidenen Futteraktion brachte ich eine Liftmontage mit kleinem Ankerschrot (ca. 5cm vor dem 14er Haken) und leichtem Waggler aus. Als Köder diente ein einzelnes Maiskorn. Schon nach kurzer Zeit „kochte“ das Wasser am Futterplatz, Teppiche feinster Blasen bildeten sich und Schnurschwimmer ließen ebenfalls nicht auf sich warten.

Aus irgendeinem Grund bot sich jedoch das bekannte Bild. Die Fische wollten den Köder einfach nicht aufnehmen, so dass ich keinen echten Anbiss verzeichnen konnte. Auch ein Wechsel des Köders (Teig, Rotwurm) brachte nicht den gewünschten Erfolg. Lediglich ab und zu vergriff sich eine Rotfeder an der Montage; glücklicherweise blieb der Schwarm aber jeweils nur kurze Zeit vor Ort. An der nebenher ausgelegten Miniboilie-Festblei-Montage (hier hatte ich mit zerstoßenen Boilies und einigen Fischmehlpellets im PVA-Beutel angefüttert) rührte sich ebenfalls nichts.

Nach ungefähr zwei Stunden, die ich auf diese Weise erfolglos verbrachte, beschloss ich, von der lehrbuchmäßigen Methode abzuweichen. Ich entfernte das Ankerschrot und bot das Maiskorn hängend ca. eine Handbreit über Grund an. Dies war der Schlüssel zum Erfolg: nur wenige Minuten später wurde die Pose entschlossen unter Wasser gezogen und eine Schleie von 43cm landete im Kescher. Nun bissen die Grünen im Viertelstundentakt, so dass ich in der verbleibenden Zeit noch sechs weitere Exemplare von 40 bis 46cm fangen konnte – für meine Verhältnisse eine sehr schöne Tinca-Strecke.

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Fazit für mich: manchmal ist die einfachste Taktik doch die beste. Man muss nur bereit sein, sein Setup auch innerhalb eines kurzen Ansitzes zu ändern und ein wenig zu experimentieren. Ich weiß nicht, woran es lag, dass das am Boden liegende Maiskorn ignoriert wurde – vielleicht war es im Schlamm oder in einem Teppich von Fadenalgen versunken, vielleicht störten sich die Fische am Ankerschrot. Jedenfalls hätte mir bis zum Wechsel der Montage jeder Dorfjunge mit seiner Stippe die Schleien vor der Nase weggefangen.

Ich habe manchmal Mühe, eine von mir für gut erachtete Technik während eines (kurzen)
Angeltages zu verwerfen und etwas anderes auszuprobieren. In bestimmten Situationen führt ja auch erst eine gewisse Beharrlichkeit zum Erfolg. Oftmals und wie noch im Frühjahr war ich mit ein und derselben Montage jedoch am Ende des Tages erfolglos – zumindest was den Zielfisch anbelangt. Letztlich ist es wohl der nicht erlernbare Instinkt, der den Angler das eine oder andere Mal auf den richtigen Weg führt.

Klar: Situationen wie die oben beschriebene sind nicht selten. Wohl jeder Angler dürfte
vergleichbare Erfahrungen schon einmal gemacht haben. Nur war es für mich dieses Mal so frappierend, dass ich hier im Forum darüber berichten wollte. Vielleicht hat ja jemand von Euch auch noch ein (vielleicht etwas Spezialisten-mäßigeres) Beispiel parat...

Beste Grüße in die Runde und eine erfolgreiche Herbstangelei,

Fredo
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Aw: Tinca-time... 12 Sep 2018 07:46 #18760

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Petri zu den Fischen und danke für deinen sehr schönen Bericht!
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Aw: Tinca-time... 12 Sep 2018 21:45 #18762

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Ein toller Bericht. Danke schön!
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Aw: Tinca-time... 13 Sep 2018 16:19 #18765

Genau mein Ding, erst same procedure as last year/session und wenn nichts läuft: experimentieren.

Wenn ich schon weiß, dass die Fische gern feminin, d.h. schnippisch sind, dann nehme ich gern die zweite Rute zur Hand zum Testen. Wenn ich dann sehe, wie es geht, dann gehts zurück zu einer Rute.

Tolle Fische, Gratulation! Und ein toller Bericht! Ich lese sowas ja ungemein gerne.
Mit wie gewohnt besonders freundlichen Grüßen aus dem Revier
Wolfgang

A40 - woanders is auch Scheisse
Letzte Änderung: 13 Sep 2018 16:19 von Tief im Westen.

Aw: Tinca-time... 14 Sep 2018 10:47 #18766

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@alle: Vielen Dank für Eure freundlichen Antworten!

Beim Grundangeln probiere ich auch gerne mit zwei Ruten verschiedene Dinge aus, außer man ist an kleinen Flüssen unterwegs, wo es dann nur Verzettelung gibt.

Beim Posenangeln habe ich demgegenüber mit zwei Ruten Probleme, wenn nicht beide Köder am Boden verankert sind. Meistens treibt mir die schwebende Montage in die andere, was die Ruhe stört und nervt. Deswegen beschränke ich mich hier in der Regel auf ein Rütchen - fördert die meditative Stimmung....

Aw: Tinca-time... 14 Sep 2018 22:11 #18770

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Hübsche Dinger
Petri heil gen Mecklenburg.

Südlich von Rostock ... doch nicht etwa der "Z-See" neben der Autobahn in der Nähe des Nachtigallenortes bzw. gegenüber des Aalortes? Wer die Slawischen Namen kennt weiß, welche Dörfer ich meine
Ich angele, um dem Lärm der Welt zu entfliehen.

Aw: Tinca-time... 16 Sep 2018 00:56 #18775

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Ähm nein, der Name des Sees beginnt nicht mit Z. Er liegt Gott sei dank auch nicht neben der Autobahn, sondern so abgelegen, dass man erst das Leben seines Autos riskieren und dann auch noch ordentlich querfeldein laufen muss...

Aber trotzdem: wie heißen denn Nachtigall und Aal auf slawisch? Ich war letztens in einem Dorf namens Wokuhl, auch slawischen Ursprungs. Eine Deutung: "Ort, an dem Barsche wohnen". Ich wurde gleich hellhörig...

OT, aber immerhin fischig...
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